Architekturpreis 2010

Das Kirchenzentrum St. Franziskus in Uetikon am See des Luzerner Architekten Daniele Marques wurde mit dem Architekturpreis Farbe - Textur - Struktur 2010 ausgezeichnet. Es vereint verschiedene Räume in einem Komplex: Kirche, Büros, Wohnquartiere und ein Jugendzentrum. Die Fassaden und Höfe sind in sich überlagernden Orange/Rot-Tönen ausgeführt. Die gesamte Anlage ist eingeschossig und behindertengerecht konzipiert. Foto: Ruedi Walti

Im Inneren des Franziskus-Kirchenzentrums sind die Wände als lichtreflektierende Flächen in Weiß gestrichen. Durch die Verwendung verschiedener Körnungen und Weißabstufungen nimmt die Farbe das ungewohnte und speziell geführte Licht im Innenraum auf und erzeugt eine eigene Atmosphäre. Dem Preiskomitee gefiel besonders die Einfachheit im Umgang mit den Materialien und Räumen sowie die Entwicklung der kontemplativen Bereiche. Foto: Ruedi Walti

Für das Wohnprojekt Giardin in Samedan in der Schweiz erhielten die Architekten Mierta und Kurt Lazzarini den Architekturpreis Farbe - Textur - Struktur 2010. Die drei Terrassen am Hang bieten Platz für zwei Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus, die sich über eine Tiefgarage erheben. Foto: Ralph Feiner

Ausschlaggebend für die Jury bei der Entscheidung für die Giardin-Wohnhäuser war die Kraft des Materials Beton, das die vergleichsweise mächtigen Baukörper harmonisch in die Landschaft einfügt und sich den örtlichen Stein- und Putzfassaden anpasst. Eine besondere Herausforderung war dabei, die richtige Komponentenmischung aus Kies, Wasser und Pigmenten zu finden. Foto: Ralph Feiner

Das Berliner Architekturbüro Brandlhuber + ERA, Emde, Schneider erhielt den Architekturpreis Farbe - Textur - Oberfläche 2010 für das Galerie- und Atelierhaus, Brunnenstraße 9 in Berlin. Es nutzt die Fundamente eines aufgegebenen Investorenbaus aus den 1990er Jahren. Die Nutzung der vorhandenen Gebäudestruktur bestimmte die neue Struktur des Hauses, schränkte aber die Freiheit der oberen Geschosse nicht ein. Foto: Michael Reisch

Die Fassade des Galerie- und Atelierhauses zur belebten Brunnenstraße hin hat einen geschlossenen Charakter. In jedem Geschoss gibt es eine Festverglasung, der Rest ist von einer transluzenten Polycarbonatfläche umschlossen. Durch die Sonnenschutzbeschichtung dieser Elemente entsteht ein komplexes Farbspiel. Foto: Nathan Willock

Eine respektabel moderne Neuinterpretation der traditionellen Bauweise des Schweizer Engadins, so bezeichnete die Jury das Ferienhaus Presenhuber in Vnà. Für den Entwurf erhielten Fuhrimann Hächler Architekten ETH BSA SIA aus Zürich eine Belobigung. Als Hauptbaumaterial wurde Beton verwendet, wobei die ortstypischen Steinhäuser berücksichtigt wurden. Foto: Valentin Jeck

Für ihre Mitarbeit am Hochwasserpumpwerk in Köln-Rodenkirchen erhielten der Landschaftsarchitekt Dirk Melzer und die v-architekten GmbH eine Belobigung der Jury des Caparol-Architekturpreises. "Beschränkt auf die Materialien Basalt und Stahl, fügt sich die Skulptur perfekt in die Landschaft ein. Der Quader kontrastiert die schimmernde Oberfläche des Stahls, wodurch ein strukturelles Kräftespiel zwischen den Materialien entsteht, das besonders faszinierend ist", lautete die Bewertung. Foto: Constantin Meyer

Eine ähnliche Würdigung gab es für das Jüdische Zentrum in München von den Architekten und Stadtplanern Wandel Höfer und Lorch aus Saarbrücken. Die natürliche Farbe des Schiefers bestimmt die Oberflächen. Der Naturstein ist mal roh, mal geschliffen, an anderen Stellen gesägt und gespalten. Das homogene Materialkonzept spiegelt sich auch in den Innenräumen wider und lässt den Baukörper zu einer Einheit werden. Foto: Roland Halbe

AFF Architekten aus Berlin erhielten eine Auszeichnung für die Sanierung und den Umbau von Schloss Freudenstein in Freiberg. Die geschichtsträchtigen Säle beherbergen nun das Sächsische Bergbauarchiv und die mineralogische Sammlung. Besonders beeindruckt hat die Jury, dass die Arbeit "Respekt vor der historischen Substanz zeigt, aber gleichzeitig behutsam einen eigenen Akzent setzt, der auf die Nutzung des Gebäudes hinweist." So werden beispielsweise die kräftigen Farben der im Schloss ausgestellten Mineralien aufgegriffen und spiegeln sich im Farbkonzept der Innenräume wider. Fotos: Sven Fröhlich, AFF architekten

Architekten

Preisträger

  • Daniele Marques, Luzern, CH
    Kirchenzentrum Franziskus, Uetikon am See, CH
  • Brandelhuber + ERA, Emde, Schneider, Berlin, D
    Galerie und Ateliergebäude Brunnenstraße 9, Berlin, D
  • Mierta & Kurt Lazzarini Architekten, Samedan, CH
    Wohnüberbauung Giardin, Samedan, CH

Lobende Erwähnung

  • AFF Architekten, Berlin, D
    Schloss Freudenstein, Freiberg, D
  • Fuhrimann Hächler Architekten, Zürich, CH
    Haus Eva Presenhuber, Vna, CH
  • Dirk Melzer, Landschaftsarchitekt & Umweltingenieur, Kaub, D gem. mit v-architekten, Köln, D
    Hochwasserpumpwerk, Köln-Rodenkirchen, D
  • Wandel Hoefer Lorch Architekten, Saarbrücken, D
    Jüdisches Zentrum, München, D

Jury

  • Martina Bauer, Barkow Leibinger Architekten, Berlin, D (Vorsitz)
  • HG Merz, hg merz architekten museumsgestalter, Stuttgart/Berlin, D (stellv. Vorsitz)
  • Gerhard Landau, landau + kindelbacher, München, D
  • Marc Oei, Lederer+Ragnarsdottir+Oei, Stuttgart, D
  • Jan Störmer, Störmer Murphy and Partners, Hamburg, D
  • Dr. Dietmar Danner, AIT, Leinfelden-Echterdingen, D
  • Elmar Schmidt, Caparol, Ober-Ramstadt, D